10.4.2007-WZ-Die Weltmeister von morgen

11.4.2007-RP-Handball-Camp: 100 Kinder zeigten w

28.03.2007-RP-Volltreffer gelandet

07.03.2007-RP-Ruhm,Geld oder doch Familie?

Langenfeld (RP) Werteverlust, Wertezerfall oder doch nur Wertewandel: Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen spürt in ihrem Forum der Frage nach, ob „wir alle Wert(e) los“ sind, wenn die Erziehung an Schule und Fernsehen delegiert wird.

langenfeld/monheim „Jugend ohne Werte ?“: Provokant ist der Vortrag der Shellstudien-Mitautorin Dr. Gudrun Quenzel heute im Flügelsaal überschrieben. Dass Teenager einander schon wegen ein paar Euros „abzocken“, ist in beiden Städten trauriger Alltag. Für den Langenfelder Realschulleiter Elmar Heckrath fängt der Werteverlust bei der zunehmenden Missachtung von Artikel 1 des Grundgesetzes an: „Egozentrismus und Tabulosigkeit stehen heute über der Würde des einzelnen Menschen.“

Schnell reich und berühmt

Die 17-jährige Maike bestätigt: „Die Teilnehmer von ,Deutschland sucht den Superstar’ sind in den Augen der Juroren doch nur Objekte, mit denen Quote gemacht wird.“ Dieses Sendeformat berge aus Sicht der KAG-Schülerin, die selbst „Familie“, „Zielstrebigkeit“ und „Ehrgeiz“ als Werte nennt, das Risiko, Jugendlichen zu vermitteln, dass man schnell reich und berühmt werden könne, ohne viel dafür tun zu müssen. „Geld ist mir wichtig“, bekennt der 14-jährige Karim. Doch spielen für den Achtklässler auch Familie und Freunde eine große Rolle. Wie für seinen Mitschüler Jonas, der die fünfte Klasse der Felix-Metzmacher-Schule besucht und zudem „Sport“ als Wert bezeichnet. Sicher ein Erfolg des von Schulleiter Rolf Schlierkamp angestoßenen Handball-Förderprojektes, bei dem die Schüler nicht nur fangen und abspielen, sondern auch Fairness und Teamgeist lernen, um Ellbogen-Mentalität und Egozentrismus entgegen zu wirken. „Von zehn jugendlichen Strafgefangenen“, hat Schlierkamp gelesen, „haben neun noch nie einen Mannschaftssport betrieben“.

ACK-Forum: „Werte“

Heute stellt Soziologin Dr. Gudrun Quenzel, die Mitautorin der Shellstudie „Jugend 2006“, deren Ergebnisse vor. Am 15. März diskutieren sechs Teilnehmer von drei verschiedenen Generationen über „Werte im Wandel“. Zu beiden Veranstaltungen lädt die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Langenfeld (ACK) unter dem Forumsthema „Sind wir alle Wert(e) los?“ ab 19.30 Uhr in den Flügelsaal des Kulturzentrums an der Hauptstraße 131 ein. Der Eintritt ist frei.

Sport, Familie und Freunde haben auch für Martin, Florian (beide 16) und Bianca (13) von der benachbarten Johann-Gutenberg-Realschule eine große Bedeutung. „Die Gruppe spielt bei Jugendlichen eine zentrale Rolle“, weiß Rektor Elmar Heckrath, dessen Schule seit 20 Jahren modellhaft und mit wissenschaftlicher Begleitung die moralisch-demokratische Urteilskompetenz fördern möchte. Bei dieser „Dilemma-Methode“ geht es um Konfliktsituationen, in denen Werte in einem (vermeintlich) unauflösbaren Widerspruch zueinander stehen. „Beispiel: Sage ich bewusst die Unwahrheit, um einen Freund nicht zu verpfeifen?“

Zuverlässigkeit Wertvolles Thema

„Zuverlässigkeit“ ist denn auch ein Wert, den der 20-jährige Gesamtschüler Marco bei seinen Freunden schätzt – und bei seiner Familie, die er als „Vermittler von Werten“ erlebt. Eine Erfahrung, die Rolf Schlierkamp bei vielen seiner Schüler vermisst: „Die Erziehung wird eher an das Fernsehen und die Schule abgegeben.“ Über die Hälfte der Metzmacher-Schüler würden von nur einem Elternteil aufgezogen: „Da bleibt die persönliche Zuwendung oft auf der Strecke.“

Hier sieht Schlierkamp einen Auftrag seiner katholischen Hauptschule: „Die freiwilligen Andachten, die wir anbieten, werden von einem Viertel unserer 450 Schüler besucht.“ Für Schlierkamp ist das ein Signal für die Sehnsucht nach Werten.

RP vom 7.3.2008

09.02.2007-RP-Sommers Lob

VON PAUL KÖHNE

(RP) Schulministerin Sommer war zu Gast an der Hauptschule. Im Blickpunkt: das Ganztagsangebot, bisher von der Stadt allein finanziert. Das wird sich nun ändern.

„Willkommen Frau Sommer“ – das freundliche kleine Plakat direkt am Eingang zum Pausenhof der Hauptschule war gestern nicht zu übersehen. Auch nicht, dass der Willkommensgruß an die nordrhein-westfälische Schulministerin mit einem vierblättrigen Kleeblatt hinterlegt war. Als sich die Ministerin nach knapp zwei Stunden wieder verabschiedete – dringende Sondersitzung des Landtages – war klar geworden: Am Sportfeld kommt Bewegung in die Schule.

Die Stadt kann künftig mit Landesgeld für eine sehr besondere Art der Ganztagsbetreuung rechnen. Bisher waren es Schule wie Politik und Verwaltung, die sich für dieses Unternehmen am Sportfeld mächtig ins Zeug legten. Man hatte der Ministerin gestern von beachtlichen Erfolgen zu berichten. Wie auch davon, dass die Stadt sich ihre Hauptschule etwas kosten lässt. Der Verein „Interaktiv“ hat die Federführung beim neuen Nachmittagsangebot der Schule übernommen. Ganztagsbetreuung – der Bedarf in Heiligenhaus ist riesengroß. Schulleiterin Monika Günther nannte Zahlen: „Es gab allein 90 Anmeldungen für die Hausaufgabenbetreuung.“ Angesichts einer Gesamtschülerzahl von 210 sei das eine enorme Zahl. „Viele der Schüler wollen jeden Tag kommen.“ Auch, weil es neben der Aufgabenbetreuung ein breites Sportangebot gibt.

Rolf Schlierkamp, Interaktiv-Projektleiter, arbeitet mit zwei weiteren Kräften in einer Art Wechselschicht-System am Nachmittag mit zwei Gruppen à 25 Schüler. Vier Tage pro Woche. „Die derzeitigen Möglichkeiten reichen nicht für alle Klassen“, hörte Ministerin Sommer gestern von ihm. Das Angebot richtet sich derzeit an Schüler der Stufen fünf bis acht. Mehr wäre machbar: „Die Klassen neun und zehn sind bisher nicht im Boot“, so Schlierkamp weiter. Perspektiven könnten sich hier ergeben durch Bewerbungstraining am Computer – aber auch im sportlichen Bereich.

Perfekte Vorbereitung

Gelungen war die Organisation rund um den seltenen Besuch. Vom Hausmeister über „Pausenbetreuer“ (mit Schärpe) bis hin zum Team der Klasse 10 b, das für einen feinen, kleinen Imbiss sorgte, waren alle im Einsatz.Dem Besuch vorangegangen waren mehrere Tage akribischer Vorbereitung.Bürgermeister Dr. Jan Heinisch erinnerte vor Schülern, Eltern und zahlreichen weiteren Gästen aus Schule und Verwaltung an den Ausgangspunkt des städtischen Engagements: „Leider ist hier kein klassischer Ganztagsbetrieb möglich.“ Denn Anträge auf Förderung im Rahmen des Landesprogramms „13 plus“ waren im vergangenen Jahr abgelehnt worden. Die Förderung für eine Gruppe beläuft sich auf einen Satz von 7500 Euro pro Jahr.

Wie Kämmerer Michael Beck gegenüber der RP sagte, liegen die derzeitigen Kosten bei rund 16 000 Euro, getragen allein von der Stadt. Bei diesem Finanzierungsmodell wird es aber wohl nicht bleiben. Zum Ende ihres Besuchs lobte Ministerin Sommer das besondere Engagement: „Gut, wenn man selbst etwas vorzuweisen hat und nicht nur klagt.“ Derlei habe durchaus Signalwirkung. Gegenüber der Stadtspitze wurde sie anschließend im kleineren Kreis konkreter. Für Stadt und Schule bedeutet dies: Künftig soll auch Landesgeld in das Projekt fließen. Wunschvorstellung von Schuldezernent Beck: „Vier Gruppen vor Ort.“

Die ministeriellen Aussagen kommentierte er so: „Das zaubert dem Kämmerer ein Lächeln ins Gesicht.“

RP vom 7.2.2007

02.02.2007-RP-Handball-Stars von Morgen

VON STEPHAN MEISEL

(RP) Die WM im eigenen Land und die Erfolge der deutschen Nationalmannschaft bescheren in Langenfeld dem im weiten Umkreis einzigartigen Förder-Projekt Aufwind. Es dient auch als Talentschmiede für den Leistungssport.

Was für eine Frage, die der Reporter da stellt: „Natürlich schaue ich mir das Spiel gegen Frankreich an“, bekräftigt Franziska (10), schließlich ist sie ein großer Handball-Fan. Doch die Brüder-Grimm-Schülerin verfolgte gestern nicht nur vor dem Fernseher die Aktionen der deutschen WM-Helden beim 32:31-Erfolg über Frankreich, sondern warf zuvor als begeisterte Spielerin auch selber den Ball. Wie ihre Schulkameraden Halenur (10) und Tolga (9) nimmt Franziska an einem im weiten Umkreis einmaligen, vom Landessportbund anerkannten Handball-Förderprojekt teil. Das von Felix-Metzmacher-Schulleiter Rolf Schlierkamp angestoßene und koordinierte Angebot hat den Anspruch, einerseits Langenfelder Kindern und Jugendlichen ein sinnvolles Freizeitangebot zu machen, andererseits Talente für den Leistungssport zu gewinnen.

Nur scheinbar ein Scherz

„Vielleicht spielt der Eine oder Andere von euch ja in ein paar Jahren mal selber in der Nationalmannschaft“, meint Leszek Hoft (56) zu Franziska und den anderen Kindern, die sich gestern zum Training in der neuen Sporthalle Hinter den Gärten eingefunden haben. Was wie ein Scherz klingt, liegt durchaus im Bereich des Möglichen. Als professioneller Handballtrainer hat der ehemalige polnische Nationalspieler Hoft schließlich schon etliche Talente zu Spitzensportlern geformt. So hat der 56-jährige Felix-Metzmacher-Sportlehrer als Trainer des A-Jugend-Regionalligisten SG Solingen BHC zurzeit fünf Jugendnationalspieler unter seinen Fittichen.

Handball-Förderprojekt

Kooperationspartner: Verein interaktiv e.V., SG Langenfeld, SG Solingen und Sporthochschule Köln.Ziele: Förderung von Talenten für den Breiten- und den Leistungssport. Motivation, auch im Verein zu spielen.Teilnehmer: seit 2001 alle Grundschulen und Felix-Metzmacher-Schule, seit 2005 die unteren Klassen aller weiterführenden Schulen.Auch Jean-Francois Voigt (23) war einst Schützling von Hoft. Jetzt gehört der Halbfranzose („Im WM-Spiel gegen Frankreich bin ich für die Deutschen – wegen der Euphorie im Lande“) zu den sieben Übungsleitern des Langenfelder Handball-Förderprojekts. Etwa 200 Mädchen und Jungen nehmen in gemischten Gruppen zurzeit daran teil. Nachdem das 2001 gestartete Förderprojekt anfangs nur für die Felix-Metzmacher-Schüler sowie Grundschüler gedacht war, ist es seit 2005 auch für Kinder aus den unteren Klassen aller anderen weiterführenden Schulen offen.

„Wir versuchen, vor allem die talentierten Kinder an die Vereine zu binden“, nennt Hoft die Marschrichtung. Anlaufstellen seien vor allem die SG Langenfeld, aber auch der zweite Kooperationspartner SG Solingen BHC, bei dessen Zweitligateam Hoft Co-Trainer ist. Die beteiligten Langenfelder Kinder bekommen in der Sporthalle Hinter den Gärten nach Vogts Worten zunächst die Grundlagen beigebracht: den Ball fangen, prellen und abspielen. Hinzu kommen Technik- und Kräftigungsübungen sowie Spiele. „Ganz wichtig im Handball sind das Einpassen ins Mannschaftsgefüge und das Spielverständnis. Egoisten kann man nicht gebrauchen, sondern es gilt, mit peripherem Sehen zu erkennen, wann der Ball zum Mitspieler gelangen muss.“ Teamgedanke und - trotz aller Härte - Fairness stünden im Handball ganz vorne. „Und beides ist auch im Leben sehr wichtig.“

RP vom 2.2.2007

02.02.2007-RP-Aushängeschild für die junge Stadt

Aushängeschild für die junge Stadt

 

(RP) Dass die Weltmeisterschaft im eigenen Land in Verbindung mit einem erfolgreichen Abschneiden des deutschen Teams eine Euphoriewelle lostritt, spüren nach den Fußballern jetzt die Handballer. Den Zulauf auch für das Langenfelder Förderprojekt hat Leszek Hoft schon in den Tagen vor dem gestrigen 33:32-Halbfinalsieg festgestellt. So seien die Anmeldezahlen für das von ihm an der Bettine-von-Arnim-Schule unterrichtete Wahlpflichtfach Handball sprunghaft gestiegen.

Gerade mal ein Jahr nach ihrer Eröffnung ist die Sporthalle Hinter den Gärten nicht mehr wegzudenken. Der wohlgeratene Neubau bringt Schülern Spaß an der Bewegung und animiert sie zu sinnvoller Freizeitbeschäftigung. Mädchen und Jungen bekommen bei dem Handball-Förderprojekt gemeinsam und auf freiwilliger Basis Teamfähigkeiten vermittelt, die ihnen in allen Lebenslagen nutzen werden. Dass Leistungsstarke besonders gefördert werden und vielleicht irgendwann einmal in die Fußstapfen von Baur & Co treten können, macht das Handball-Angebot - ähnlich der Wasserski-Anlage oder dem Badminton-Stützpunkt - zu einem weiteren Aushängeschild der jungen Stadt an alter Straße. mei

RP vom 2.2.2007