Niklas Frielingsdorf Keine Kommentare

„Es ist immer noch nicht greifbar für mich, zu den besten 50 Triathleten der Welt zu gehören“

Schon lange ist Sven Wies fester Bestandteil des Team der Interaktiv gemeinnützige Gesellschaft für Schule, Sport und Soziales mbH aus Ratingen. Nun sprach der Geschäftsstellenleiter von interaktiv-Partner SG Ratingen über seinen großen Erfolg beim jüngsten Ironman 2019 auf Hawaii.

Einige Tage ist der Ironman 2019 auf Hawaii nun schon her. Doch Sven Wies (Foto: privat), seines Zeichens schon lange Mitarbeiter der interaktiv gGmbH und der SG Ratingen, denkt – kaum überraschend – noch immer gern an die Weltmeisterschaft der Triathleten zurück. Wen wundert es? Hatte er dort doch mit einer ganz starken Zeit von 8:55:26 Stunden Platz fünf seiner Altersklasse 30 bis 34 Jahre belegt. Auch seine weiteren Platzierungen lesen sich eindrucksvoll: 13. aller AK-Athleten, 49. der 1661 männlichen, 54. aller 2272 Teilnehmer, zehntbester Deutscher. Damit verbesserte der SG-Geschäftsstellenleiter seine Zeit um rund fünf Minuten. Und das bei seinem erst zweiten Start auf dieser Langdistanz nach der Premiere in Barcelona, wo er sich für Hawaii qualifiziert hatte.

Nun, wenige Tage nach seinem Coup nahm Wies sich Zeit für ein kurzes Interview.

Hallo Sven, wie fällt Dein Fazit zu Deiner Ironman-Teilnahme aus und was bedeutet Dir diese starke Platzierung?

Sven Wies: Es ist immer noch nicht wirklich greifbar für mich, seit dem Wahnsinnserlebnis des vergangenen Wochenendes zu den besten 50 Triathleten der Welt zu gehören. Gerade der fünfte Platz in meiner Altersklasse hat mir sehr viel bedeutet, weil die ersten Fünf bei den Weltmeisterschaften auf das Podium kommen dürfen. Und das war dann natürlich ein unglaubliches Gefühl, vor tausenden Zuschauern dort oben zu stehen. Das sorgt für noch mehr unglaubliche Erinnerungen und Mitbringsel, die man von diesem tollen Event mitnehmen und vielleicht irgendwann mal seinen Kindern und Enkeln erzählen kann. Das ist schon ganz besonders.

Welche Gedanken gingen Dir nach fast neun Stunden Anstrengung auf den letzten Metern des Zieleinlaufs durch den Kopf?

Wies: (schmunzelt) Da ging mir eigentlich gar nichts durch den Kopf. Ich war einfach nur unfassbar glücklich, dass ich diesen Tag so gut und ohne größere Beschwerden oder Probleme durchstehen konnte. Auch wenn ich von Anfang an immer relativ weit vorne mit dabei war, konnte ich es kurz vor dem Ziel schon gar nicht fassen, dass ich mehr schaffen würde, als ich mir gedacht und gewünscht hätte. Auf dem Weg ins Ziel mit so vielen jubelnden Menschen abzuklatschen war einfach nur ein unbeschreibliches Gefühl. Das hat einen dann praktisch bis ins Ziel getragen. Diese Freude hab ich einfach nur versucht zu genießen.

Wie geht es jetzt für Dich weiter? Was treibt Dich an und wie lauten Deine nächsten Ziele?

Wies: Da ist mein Kopf zu diesem Zeitpunkt noch komplett leer. Die Planungen mit meiner Familie und meinem Trainer gingen bewusst nur bis Hawaii, damit da der komplette Fokus drauf liegt. Wir wollen in der nahen Zukunft auch erstmal in der Familie nicht mehr über Triathlon sprechen (lacht). Ansonsten komme ich da momentan kaum drum herum, denn der Zuspruch hat immense Ausmaße angenommen. Das finde ich toll, dafür bin ich sehr dankbar und auch stolz.

Wenn wir zurückkommen, werde ich nach zwei Wochen irgendwann wieder locker das Training aufnehmen. Dann schauen wir mal, was für die kommende Saison der Plan sein kann. Das Einzige, was jetzt schon feststeht, ist, dass ich mich für den Ironman 70.3 in Duisburg angemeldet habe. Aber auch nur, weil er 900 Meter vor meiner Haustür startet. Wie fit ich da starten werde und welche Ziele ich mir setze, ist aber noch komplett offen.