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“Ich will mir nicht vorwerfen müssen, es nicht zumindest versucht zu haben” – Sven Wies verlässt interaktiv und konzentriert sich voll auf Triathlon

Für Sven Wies war 2019 ein gutes Jahr. Ein sehr gutes sogar. unter anderem in sportlicher Hinsicht. Denn der 36 Jahre alte Geschäftsstellenleiter und Eventmanager des Handball-Regionalligisten SG Ratingen, der auch viele Aufgaben für SG-Partner interaktiv innehatte, überzeugte unter anderem nicht nur mit starken Platzierungen beim Ironman auf Hawaii, sondern wurde unlängst auch zu Duisburgs “Sportler des Jahres” gewählt. Seine beeindruckende Bilanz (5. In seiner Altersklasse, 12. aller Altersklassen, 48. aller Männer und 53. aller Teilnehmer) hat dem ehemaligen Wasserballer “Lust auf mehr” gemacht. Und so hat sich Wies nun dazu entschieden, die SG und interaktiv zum Jahresende zu verlassen und sich voll auf seine Triathlon-Karriere zu konzentrieren. 

(NF) Für Sven Wies war 2019 ein gutes Jahr. Ein sehr gutes sogar. unter anderem in sportlicher Hinsicht. Denn der 36 Jahre alte Geschäftsstellenleiter und Eventmanager des Handball-Regionalligisten SG Ratingen, der auch viele Aufgaben für SG-Partner interaktiv innehatte, überzeugte unter anderem nicht nur mit starken Platzierungen beim Ironman auf Hawaii, sondern wurde unlängst auch zu Duisburgs “Sportler des Jahres” gewählt. Seine beeindruckende Bilanz (5. In seiner Altersklasse, 12. aller Altersklassen, 48. aller Männer und 53. aller Teilnehmer) hat dem ehemaligen Wasserballer “Lust auf mehr” gemacht. Und so hat sich Wies nun dazu entschieden, die SG und interaktiv zum Jahresende zu verlassen und sich voll auf seine Triathlon-Karriere zu konzentrieren. 

Hallo Sven, nach gut drei Jahren wirst die SG Ratingen und in diesem Zusammenhang auch die interaktiv gGmbH zum Jahresende verlassen. Gleich zu Beginn die Frage: Wie ist es zu diesem Entschluss gekommen?

Sven Wies: Zunächst ist es mir wichtig zu betonen, dass mir die Entscheidung sehr schwer gefallen ist, weil ich mich hier sehr wohlfühle, mir das Team sehr am Herzen liegt und mir die Aufgaben immer viel Spaß gemacht haben.

…und dennoch hast Du Dich für einen anderen Weg ab 2020 entschieden.

Wies: Stimmt. Es war – wie man so schön sagt – aber keine Entscheidung gegen Ratingen oder interaktiv, sondern eine Entscheidung für den Triathlon. Wie die Entscheidung zustande gekommen ist, war dabei relativ spontan. Ich saß mit meiner Frau beim Frühstück. Kurz nach dem diesjährigen Ironman Hawaii war das. Und da fragte sie mich, ob ich nun nach dem guten Ergebnis versuchen würde, voll und ganz auf die Karte Triathlon zu setzen. Ich war überrascht und fragte, ob sie mich denn dabei unterstützen würde. Als sie dies zu einhundert Prozent und ohne zu zögern bejahte, reifte in mir letztlich der Entschluss, diesen Schritt zu gehen. Dann habe ich Mitte November gleich mit Basti (Bastian Schlierkamp, Geschäftsführer SG Ratingen und interaktiv gGmbH, Anm. d. Red.) gesprochen. Und er hat – wie die anderen Kollegen ebenfalls – super und verständnisvoll reagiert.

Was war ausschlaggebend für den Entschluss neben der Unterstützung durch deine Familie?

Wies: Nach Hawaii war ich so positiv überrascht, dass die Lücke zwischen mir und den Profis nicht allzu groß ist. Und ich möchte mir später, wenn ich einmal auf meine sportliche Karriere zurückblicke, nicht vorwerfen müssen, den letzten Schritt nicht zumindest einmal versucht zu haben. 

Sven Wies beim Ironman auf Hawaii 2019

Was wird sich denn ab dem kommenden Jahr für Dich ändern?

Wies: Ich kann mich voll und ganz dem Sport widmen. Normalerweise kauft man sich im Triathlon eine Profilizenz. Das werde ich aber noch nicht tun. Ich werde 2020 noch als Amateur an den Start gehen, aber schon unter Profibedingungen mit unter anderem ein paar Trainingslagern trainieren. So hoffe ich, die Lücke zu den Profis im kommenden Jahr nach und nach schließen zu können. Wenn ich die Kinder künftig in die Kita gebracht habe, kann ich täglich vier bis sechs Stunden intensiv und voll fokussiert trainieren. Insgesamt besser regenerieren und so noch effizienter an bis zu sieben tagen trainieren. Und ein weiterer positiver Effekt ist, dass ich dennoch mehr Zeit für meine Familie haben werde. Denn mit Job und Triathlon-Training hatte ich schon immer eine 60- oder 65-Stunden-Woche. 

Wie groß ist dieser Schritt für Dich?

Wies: Sportlich ist der Schritt groß, aber nicht allzu groß. Beruflich dagegen schon. Denn ich verlasse, wie bereits gesagt, einen Arbeitgeber, bei dem ich mich sehr wohlfühle.

Was wird Dir nach Deinem Abschied vermutlich am meisten fehlen?

Wies: Fehlen werden mir sicher am meisten meine lieben Kollegen. Nicht nur Pascal Voß ist mir ein guter Freund geworden. Auch die anderen Kollegen sind toll. Wir arbeiten nicht nur super zusammen, sondern wir haben uns immer super verstanden und hatten auch immer viel Spaß zusammen. Wie gut das menschlich passt, zeigt auch der Umstand, dass sich alle für mich freuen und mir Glück gewünscht haben. Zum Glück ist die Geschäftsstelle der SG Ratingen und von interaktiv nicht allzu weit weg. Da werde ich künftig sicher beim Training mal die eine oder andere Mittagspause einlegen.